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Die Laute

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Faksimilia Ausgaben barocker Lautenmusik


Dieser Text ist ein Auszug aus dem Artikel von mir über die fränkischen Lautenmusik des 18. Jahrhunderts, der in einem der nächsten Jahrbücher der Deutschen Lautengesellschaft erscheinen wird. Literaturangaben etc finden sich dort

Adam Falckenhagen

Die Familie

Der erste uns bekannte Musiker dieses Namens war Bartholomäus Falckenhagen. Als Kantor ist er in Frauenstein bis 1618 tätig. Dann bekleidete er dieses Amt in Annaberg ab 1619 wo er am 22. November 1649 starb. Dort wurde 1629 Johann Falckenhagen geboren, der 1647 in Leipzig studierte, ab 1650 als Organist und ab 1654 als Pfarrer in Krumhermersdorf bei Zschoppau wirkte. Von Trinitatis 1665 bis zu seinem Tode am 29. Januar 1693 war er Pfarrer in Knauthain. Die Geburt seines Sohnes, Johann Christians – Vater von Adam Falckenhagen konnte bisher nicht ermittelt werden, doch sollte er in Knauthain auf die Welt gekommen sein.

Adam Falckenhagens Kinder- und Jugendjahre

Die erste gedruckte Erwähnung Falckenhagens erfolgte im Musikalischen Lexikon von Johann Gottfried Walthers und beruhte wohl laut freundlicher mündlicher Mittteilung von Joachim Schulze, auf einer autobiographischen Skizze von Falckenhagen. Darauf stützen sich dann auch die Angaben bei Ernst Ludwig Gerbers Lexikon der Tonkünstler Adam Falckenhagen wurde am 24. April 1697 in Groß-Daltzig geboren. Seine Familie war – wie beschrieben – eng den Kirchenämtern und Schuldienst verbunden. Sein Vater wirkte als Lehrer in Groß-Daltzig, der Vater seiner Mutter war Küster in Delitzsch. Bereits mit acht Jahren kam Adam zu seinem Onkel Gottlieb Erlemann Pfarrer in Knautheim, zur Schule um dort „literis und musicis“ zu studieren. Was darunter zu verstehen ist, können wir aus mehreren Tatsachen schließen. Da Falckenhagen dort Unterricht bei einem Lehrer der Familie Weyrauch erhielt, dessen Sohn Johann Christian sich später mehrmals als Musiker bewarb, und von Hans Joachim Schulze als einer der möglichen Schreiber der Leipziger Bachtabulaturen genannt wird, ist Falckenhagen vermutlich bereits dort nicht nur mit der Laute vertraut geworden, sondern hat – da besagter Weyrauch sich später als Jurist betätigte – mit Sicherheit auch Latein, und was sonst zur Bildung und zum Studium nötig war, gelernt Da zu vermuten ist, dass die Laute von vielen Kantoren und Lehrern zum Unterricht und an Stelle der oft mangelhaften Dorforgeln auch in der Kirche benutzt wurden, wird Falckenhagen dort auf der Laute und natürlich auch auf einem Tasteninstrument die Grundlage im Generalbaßspiel erworben haben. In einem Taufeintrag vom 12.08.1714 erscheint er als Pate mit der Bemerkung: „Der der Musik und Literatur zugetane“ Da dieser Vermerk wahrscheinlich von seinem Onkel selber stammte, muß dieser wohl mit seinem Zögling zufrieden gewesen sein. Aber auch an seine höfisch Erziehung scheint man gedacht zu haben. In einem Eintrag vom 04.12.1715 als Pate wird er als der Kammerdiener des jungen Earl von Dieskau genannt. Dieser war wohl kein anderer als Heinrich von Dieskau, für den später Johann Sebastian Bach die sogenannte Bauernkantate schrieb und der auch als Pate in der Familie Weyrauch in den Knautheimer Kirchenbüchern genannt wird.

Falckenhagen hat sich also mit Sicherheit in Knauthain neben Latein, auch mit Literatur beschäftigt und spätestens bei den Dieskaus, die in der Nähe von Leipzig beheimatet waren, wurde dort mit dem Hofetikett vertraut gemacht und hat dort vielleicht auch Italienisch gelernt. So hat die Familie von Dieskau dem jungen Falckenhagen sicherlich den Weg als Hofmusiker geebnet. Tim Crawford wies dankbarer Weise schriftlich daraufhin, dass H.J. Schulze in Rudolf Straube (*1717 Trebnitz, + 1780 London) einen der fleißigsten Bachkopisten erkennen konnte. Straube schrieb über Dieskau, dass er sehr viel für ihn ( Straube) getan hätte und Dieskau ein profunder Kenner der Musik, besonders der Laute ist. Diese Mitteilung impliziert, dass vielleicht Falckenhagen dem „ jungen Earl“ Lautenunterricht erteilte, auf jeden Fall aber beide wohl der selben Musik zu getan waren. Es erscheint nicht abwegig, wenn man annimmt, dass Adam Falckenhagen, wie auch Johann Christian Weyrauch, das reiche Musikleben der Stadt Leipzig, die ja auch für damalige Verhältnisse nicht weit weg war, ausgiebig genossen haben, ja wahrscheinlich sogar in den späteren Jahren dort mitgewirkt haben. Man kann mit Recht voraussetzen, dass Falckenhagen, als er dann nach Merseburg ging, eine für die damalige Zeit solide Ausbildung genossen hatte.

Spätere Briefe Falckenhagens an Adelgund Gottsched beweisen, dass er sich mit der Literatur seiner Zeit ausgekannt hat. Er schreibt in dem Brief vom 22. März 1739, dass Pfeiffer die Kompositionen genau nach der Vorschrift gemacht hätte, wie sie Johann Christoph Gottsched in seinem Versuch einer Critischen Dichtkunst für die Deutschen geschrieben hätte. Da er sogar Seitenzahlen erwähnt, sollte davon auszugehen sein, dass Falckenhagen das Werk wirklich gelesen hat und es nicht nur so aus Höflichkeit zitiert.

Der Bildungsstand vieler Lautenisten zeigt, dass diese über dem normalen Durchschnitt lagen, haben doch eine ganze Reihe an Universitäten studiert. Sicherlich auch um vielleicht besser Studenten als Schüler für sich zu gewinnen, doch zeigen die Griechisch- und Lateinkenntnisse Barons, oder der Hinweis auf den Sprachunterricht von Hagen, daß etwas für die Bildung getan wurde. Auch Falckenhagen war 1719 an der Leipziger Universität eingeschrieben.

Von Merseburg nach Weißenfels und Weimar

Ab 1715 ist Falckenhagen in Merseburg zu finden. Er hat dort einige Verwandte die als Handwerker ansässig sind und findet in den früh verstorbenen Johann Jakob Graf (Graff) einen, auch von Baron als Lautenisten hochgelobten, Lehrer Graf wurde am 7. März 1690 als Sohn des Pfarrers von Weickelsdorf geboren und hat lt. Baron bei Weiß Laute studiert. Graf war Jurist und als solcher, sowie als Cammerlautenist dann in Merseburg tätig. Er heiratete die Hofdame Christiane Goller aus Zörbig und starb an der Schwindsucht 1723. Von seinen Kompositionen hat sich nur wenig erhalten. In diesem Jahr (1723), finden wir Adam Falckenhagen schon in Weißenfels als Lautenist und später auch als Hofmusiker. Hier scheint er seine erste Frau Johanna Emilia ( auch Ämilia) Kegel kennengelernt zu haben. Sie war die Tochter des Kapellmeisters Emanuel Kegel in Gera, der als Komponist und Lehrer von Gottfried Heinrich Stölzel bekannt ist. Er wurde, ob aus eigenem Verschulden oder durch Intrige von lezterem aus seiner Stelle verdrängt, kam dann später zwar noch einmal zu Ehren, doch lebte er zum Schluß ziemlich kümmerlich bis zu seinem Tode in Gera. Seine Tochter, Emilia Kegel war, wie ihre Kollegin Anna Magdalena Wülken, die zweite Frau Johann Sebastian Bachs, als Sängerin am Weißenfelser Hof angestellt.

Die erste Tochter des Ehepaars Falckenhagen, Johanna, wurde in Gera am 25. Dezember 1724 getauft, zumindestens läßt sich dies aus dem Verzeichnis der Geläuterechnung schließen. Dort wird eine Tochter „Falkenhauer“ erwähnt, was wohl mit Recht als Schreibfehler zu werten ist, denn das Alter bei Ihren Tode 1760 stimmt mit dem Taufdatum überein. In der von dem damals in Franken sehr bekannten Hofpredigers Johann Christian Schmidt überlieferten Leichenpredigt heißt es: „Der in dem Herrn ruhende Kammersekretarius Falkenhagen, und Frau Maria [der Vorname stimmt nicht] Falkenhagin, eine geborene Köglinn [Kegel] und Tochter des Directors der Reußgräflichen Kapelle zu Gera, diese sage ich, sind die Aeltern, welche mit der Geburt dieser wohlgebildeten und angenehmen Tochter erfreut worden. Sie sah das Licht der Welt im Jahre 1724 in oben gedachten Stadt Gera. Durch diese Passage wurden die Zusammenhänge Falckenhagens zu Gera erhellt. Leider ist sonst die Aktenlage in Gera durch den Verlust der Kirchenbücher äußerst schlecht, so konnte auch die etwaige Heirat Falckenhagens bisher, weder dort noch wo anders nachgewiesen werden. In Weißenfels wurden noch zwei Kinder geboren, die aber nur kurze Zeit lebten. Da die Weißenfelser Secundogenitur von Dresden abhängig war, konnten, wie auch anderswo, die Künstler nur mäßig wenn überhaupt bezahlt werden. So bewarb sich das Ehepaar Falckenhagen im Frühjahr 1728, nach dem Tode des Gothaer Lautenisten Gottfried Meusel um die vakante Stelle. Ein Hofbeamter schrieb darüber: Er hatte sich dort öfter hören lassen, als dieser Mensch nicht nur sein Instrument wohl versteht, sondern auch mit seiner Frau, die gleichfalls eine ziemlich feine Methode und Stimme zu singen hat, jederzeit ein stilles und sittsames Leben geführt, erhielt eine Verehrung!

Von einigen Autoren wird erwähnt, dass Falckenhagen auf Empfehlung von Weimar nach Gotha gekommen wäre, was aber zweifelhaft bleibt, da – wie unten dargestellt – er erst ab Herbst 1728 in Weimar auftaucht. Warum Falckenhagen die Stelle in Gotha nicht bekam, ist nicht bekannt, vielleicht wollten beide, er und seine Frau, eine Stelle haben was dem Hofe zu teuer war. Lautenist wurde dann Ernst Gottlieb Baron, der aber nach kurzer Zeit zu Friedrich II nach Potsdam ging, und Gotthold Diestel ab November 1739 als Lautenist in Gotha tätig ist seine Stelle einnahm.

In Jena – wie einige Autoren behaupten – konnte Falckenhagen nicht nachgewiesen werden. Allerdings ist sein Aufenthalt zwischen 1726 und 1728 (da wird dem Ehepaar Falckenhagen das geschuldete Weißenfelser Gehalt bestätigt) bis zur Weimarer Zeit ungeklärt, so dass vielleicht in dieser Periode Konzertreisen zu verschiedenen Höfen und Orten anzunehmen sind und so auch ihre Anwesenheit in Jena möglich wäre. Wenn, wie bereits erwähnt, die Biographie bei Walther authentisch ist, müßte die Aussage auch zu Jena stimmen. Auf jeden Fall ist Falckenhagen ab Michaeli (= 29. September) 1728 in Weimar. Seine Frau scheint aber dort nicht mehr offiziell als Sängerin tätig gewesen zu sein, denn eine Anstellung hatte sie nicht. Interessanter Weise gibt es in Weimar eine Huldigungskantate von ihr, die sie anläßlich der Rückkehr (von einer Reise ?) Ernst-August von Weimar am 21.1.1730 verfasst hat. Leider ist die Musik dazu nicht überliefert.

In Weimar werden dem Ehepaar noch zwei Kinder geboren, die aber beide nicht lange lebten. Das hohe Ansehen, das die Falckenhagens genossen, zeigt sich in der Patenschaft der Weißenfelser Herzöge für eines dieser Kinder. Über die Weimarer Zeit ist nichts weiter bekannt, doch wirkten dort – wie schon dargestellt – u.a. Johann Pfeiffer von 1720 bis 1734, der mit Falckenhagen dann später in Bayreuth eine führende Stelle einnahm. Er könnte Pfeifer aber auch bereits aus dessen Geraer Zeit gekannt haben.

Wichtig für seine biographischen Angaben ist aber Bachs Patensohn, Johann Gottfried Walther, der Sohn des Weimarer Organisten. Dieser gab 1732 das bereits erwähnte Musikalische Lexikon heraus, und schon Hans Joachim Schulze wies wohl zu Recht daraufhin, dass Walther sicherlich die Angaben von Falckenhagen direkt bekommen haben müßte, womit diese autobiographischen Charakter hätten.

Mit der Michaeli Rechnung , er wird als am15. August abgereist vermerkt, scheidet Falckenhagen 1732 aus weimarischen Diensten aus und lebt bis zu seinem Tode dann in Bayreuth. Seine Frau scheint ihm aber wohl erst später nachgefolgt zu sein, denn die am 2. August dieses Jahres geborene Tochter stirbt am 1. September und wird in Weimar begraben, so dass der Umzug der Familie erst danach erfolgt sein kann.

Bayreuth

Eigentlich läßt sich Falckenhagens Schaffen erst ab diesem Zeitpunkt erkennen, wobei auf die Datierungsfrage später noch einzugehen ist. Über sein Leben in Bayreuth wissen wir allerdings auch nur relativ wenig. Im Etat von 1733 taucht er als Mitglied der Hofbande auf, das würde bedeuten, dass er vom Markgraf Georg Wilhelm Karl eingestellt wurde, denn das Kronprinzenpaar Friedrich und Wilhelmine verfügte noch nicht über eigene Geldmittel aus der Staatskasse. Da das Dokument den Vermerk „wird aus der Schatul saliert“ trägt, könnte allerdings auch die Privatkasse des Erbprinzen gemeint sein.

Aus der Korrespondenz der Markgräfin Wilhelmine mit Friedrich II. läßt sich einiges herauslesen, aber mit Namen nennt sie leider nur wenige Musiker und Falckenhagen ist nicht darunter. Noch ein anderer Umstand ist bedauerlich: Die Briefe sind dem letzten Krieg zum Opfer gefallen, und leider hat Gustav Berthold Volz nur Auszüge gebracht, und dabei Wert auf geschichtliche Zusammenhänge gelegt, so dass vermutlich manche für die Musikforschung wichtige Stelle für immer verloren ist.

Aus folgenden Briefen können wir auf Falckenhagen schließen. Die erste Stelle an der er gemeint sein müßte steht im Brief vom 18. Oktober 1732. Dort heißt es: „Ich widme mich jetzt wieder der Musik, die ich seit meinem Hiersein sehr vernachlässigt hatte. Der Geigenspieler( Hofmann ? ) tut Wunder; ich bringe ihn mit ...auf der geplanten Reise nach Berlin;, ebenso den Lautenspieler, der sehr gut spielt und auch hübsch komponiert.

Im Brief vom 12. September 1733: „meine Ohren sind durch all die Katzenmusik, die ich täglich höre, ganz wund. Trotzdem haben wir die Acquisition zweier Waldhörner gemacht, die reizend zur Laute begleiten!“ Wer hier die Laute spielte, ob sie selbst oder Falckenhagen, ist offen. Vielleicht ist die Komposition „Quart[teto] m[it] V[ioline] u[nd] Horn“ von ihm, die Breitkopf 1836 auf der bekannten Auktion anbietet, bei dieser Gelegenheit entstanden.

Schließlich am 17. Oktober 1733: „Ich habe wieder Bekanntschaft mit Prinz Dickbauch [ihre Laute], dem ergebenen Diener der Princesa [Friedrichs Flöte], gemacht und ihn so gut gezogen, daß ich Großes leisten werde. Ich fange demnächst mit dem Generalbaß an; mein Lehrer ist sehr tüchtig. Ich will ihn nach Dresden schicken, damit er Weiß hört, und wenn du befiehlst, kann er einen Abstecher nach Ruppin machen!“ Hier kann nur Falckenhagen gemeint sein, ob er die Reise gemacht hat, ist nicht bekannt.

Ein gewiss großer Schicksalsschlag trifft den Lautenisten am 3. März 1734 als seine Frau Johanna Emilia stirbt. Wenn es auch nirgendwo erwähnt wird, so ist sie doch mit Sicherheit mit ihrem Mann zusammen aufgetreten und so mag ihm der Tod auch künstlerisch ein Verlust gewesen sein.

Karl Hartmann nennt eine Urkunde aus dem Jahre 1736 in der Falckenhagen als „Virtuosbr>simo auf der Laute und Cammermusikus im Range nach dem Capellmeister Pfeiffer“ genannt wird. Zwei Dokumente aus Falckenhagens persönlicher Umgebung sind uns in der bereits genannten Korrespondenz mit Louise Adelgund Wilhelmine Gottsched aus Leipzig erhalten geblieben. Der eine, vom 25. Oktober 1738, wurde in Nürnberg geschrieben, der andere, vom 22. März 1739, in Bayreuth. Letzterer erwähnt einen Besuch in Leipzig, so dass wir zumindestens wissen, dass er 1738 in Nürnberg und Ende 1738 oder Anfang 1739 in Leipzig war.

In einem Brief vom 23. Oktober 1739, schreibt Wilhelmine: Unsere arme Kapelle ist sehr lückenhaft geworden. Fast alle sind abwesend oder todkrank und meine hungrigen Ohren haben seit lange nichts Gutes mehr gehört. Ob sie damit auch Falckenhagen gemeint hat, bleibt unklar. Wäre er im August erneut in Leipzig gewesen, so hätte er dort auch Weiß und Kropfgans treffen können, denn das berühmte Treffen bei Bach wird in einem Brief vom 11. August 1739 erwähnt.

Am 9. Februar1740 heiratet Falckenhagen die Witwe eines Bayreuther Professors Charlotte Eberhardine Hoffmann, geborene Mayer. Damit wird er Bayreuther Hausbesitzer, denn seine Frau bringt das Haus in der damaligen Judengasse (heutige von Römerstrasse) mit in die Ehe. Zwei Jahre darauf wird ihnen ein Sohn Namens Adam geboren. Als Taufpate tritt der Landschaftsrat Adam Miedel auf, über den schon gesprochen wurde. Falckenhagens Frau Charlotte stirbt noch im Kindbett am 17. Mai 1742. Noch einmal ist der Name Falckenhagen in den Kirchenbüchern zu finden, nämlich bei der Hochzeit seiner Tochter Johanna mit dem Hofbeamten Johann Redlich am 12. September 1752.

Am 6. Oktober 1754 stirbt Adam Falckenhagen und wird auf dem Johannes-Friedhof in Bayreuth beigesetzt. Seine Grabstätte ist nicht erhalten. Leider ist uns auch keine Leichenpredigt überliefert, Im Lexikon baierischer Tonkünstler war vermutlich durch die Verwechslung mit dem Todesdatum von Johann Pfeifer, das Sterbejahr 1761 für Falckenhagen gedruckt. Alle späteren Autoren, wie z.B. Hans Neemann, Kurt Dorfmüller, Wolfgang Boetticher, Hans Radke aber auch das Riemann-Musiklexikon übernahmen diese Angabe ohne Prüfung.


Bernhard Joachim Hagen

Einer der zu Unrecht wenig beachteten Musiker dieser Zeit, ist Bernhard Joachim Hagen, dessen musikalisches Schaffen erst in der letzten Zeit bekannter geworden ist. Obwohl schon vor dem Zweiten Weltkrieg Stücke von ihm gedruckt wurden, lag doch erst 1983–1984 das Werk Hagens insgesamt in einer modernen Veröffentlichung vor. Außer den bereits bei Falckenhagen genannten Lexika wurde im Zuge der Herausgabe der Gesamtausgabe auch ein erster Versuch zur biographischen Zusammenfassung von Irene Hegen gemacht und auch Per Kjetil Farstad nahm sich des Themas an.

Der Geburtsort Hagens, der immer mit Hamburg angeben wird, ließ sich bisher nicht bestätigen. Da sein Bruder Peter Albert (von/van) Hagen in zwei Dokumenten als aus Königslutter bezeichnet wird, wäre auch das eine Möglichkeit, das Bernhard Joachim Hagen dort geboren ist, die aber auch sich nicht betätigt hat. Von seinem Todesdatum zurück gerechnet müßte Bernhard Joachim Hagen im März des Jahres 1721 geboren sein, denn der Sterbeeintrag in Ansbach vom 9. Dezember 1787 nennt ihn 66 Jahre und 9 Monate alt.

Seine Vornamen werden bei Gerber Joachim Bernhard, sonst immer Bernhard Joachim geschrieben. Da auf den Vorsatzblättern der Augsburger Tabulaturenfascikel B. J. Hagen steht, sollte das schon die richtige Reihenfolge sein.

Mit ca. 17 Jahren kommt Hagen 1737 nach Bayreuth. Da sein Bruder, Peter Albert van Hagen ( auch "von "Hagen), in einem Gedicht von Frans de Haes als Lautenspieler und Geiger gelobt wird, könnte der Bruder sein erster Lehrer gewesen sein. Gerber erwähnt van Hagen als Organist zu Rotterdam und Burney qualifiziert ihn als ausgezeichneten Geiger, der bei Geminiani Schüler war. Ab 1731 ist Albert Peter van Hagen in Rotterdam nachweisbar und Sittard weist 1740 ein Konzert von ihm in Hamburg nach.

Auf welche Weise Bernhard Joachim Hagen nach Bayreuth kam läßt sich nicht klären, aber er wird hier in bemerkenswerter Weise gefördert. Kapellmeister Pfeiffer erhält finanzielle Mittel für die Ausbildung des jungen Mannes. So zeigen die Archivalien des Bamberger Staatsarchives folgendes Bild:

6. Dezember 1737: „20 fl 24 Kr zur nöthigen Anschaffung allerhand Kleinigkeiten vor dem jungen Musico Hagen, Herrn Capellmeistre Pfeifer bezahlt.

15. Juli 1738: „49 fl 12 kr uf das gegenwärtige 2. Quartal vor dem jungen Musico Hagen, Herrn Capellmeistre Pfeifer bezahlt.

8. November 1738 und 12. Mai 1739: „30 fl cost-Quartier und Wäschegeld uf vierdte Quartal, vorgedachtem Hagen, Herrn Capellmaister Pfeifro bezahlt. 19 fl 12 kr zur Erlernung der Sprachen und anders, vor dem jungen Musico Hagen.

Daraus geht hervor, dass das Markgrafenpaar sich seine Musiker selbst heranzog und nicht nur von anderswo engagierte. Wilhelmine schreibt in ihrem vormals schon zitierten Brief Anfang Dezember 1737: „Der Markgraf hat mir endlich die Leitung der Oper übertragen [...] Dafür habe ich einen Sänger und eine Sängerin aus Italien verschrieben und gebe mir alle Mühe, einen guten Geiger zu bekommen, den wir nötig brauchen, und einen anderen zur Begleitung [...]!“Ob damit Hagen in Verbindung gebracht werden kann?

Diese Tatsachen, nämlich die Aufwendungen für sein Unterricht sowie Wilhelmines Brief – vorausgesetzt, dass der wirklich Hagen betrifft – scheinen Claude Chauvels Ansicht zu widersprechen, dass Hagen nicht die Anerkennung fand die er verdient hätte.

In den Adresskalendern wird Hagen als Cammermusicus geführt, oder als Violinist. Als Lautenist wird er hingegen nie erwähnt. Da er mit ca. 17 Jahren nach Bayreuth kam, sollte man annehmen, dass er auch noch Unterricht auf der Laute erhielt und sein Lehrer müßte folgerichtig Falckenhagen gewesen sein.

1745 heiratet Hagen in Bayreuth Anna Fikentscher. Nach neueeren Forschiungen vonIrenen Hegen, Bayreuth hatte das Ehepaar einige Kinder. In der Jahren 1760 und 1761 konzertiert er in Rotterdam mit seinem Bruder und seiner Nichte als Sängerin. Im Rotterdamsche Courant finden sich folgende Informationen darüber:

1760 No.: 141 (22. November 1760): „Heden den 22 November, sal Mademoiselle Rosette Baptist op't Concert by P. A. v. Hagen, soo Italiaanse als Franze Arias zingen, en de beroemde Luyterist B.J.v. Hagen, by sijn Hoogvorstel. Doorl. Den Markgrave van Brandenburg Bareyth, sal sig op de Luyt laten hooren.

1760 No.: 144 (29. November 1760): „Heden den 29 November, sal Mademoiselle Rosette Baptist op't Concert by P. A. v. Hagen, soo Italiaanse als Franze Arias zingen, en de beroemde Luyterist B.J.v. Hagen, Kamer Musicus by sijn Hoogvorstelyke Doorlugtigheyd den Markgrave van Brandenburg Bareyth, sal een Concert en Trio op de Luyt speelen.

1761 No.:2 (3. Januar 1761): „sal Mademoiselle Rosette Baptist op't Concert by P. A. v. Hagen zingen, en de beroemde Luyterist B.J.v. Hagen, Kamer Musicus by sijn Hoogvorstelyke Doorlugtigheyd den Heere Markgrave van Brandenburg Bareyth, op de Luyt spelen.en een Conccert op de Viool speelen.

1761 No.: 26 (26. Februar 1761): „Op heden den 28 February, in 't laaste Inschryving Concert by P.A.v. Hagen, sullen de twee Broeders v. Hagen, een Trio op twee Luyten speelen, en het beroemde Sabat Matar sall gesongen werden.“

1761 No.: 30 (10. März 61.) und No.: 31. (12. März 1761): „Op Zaturtag den 14. Maart, sal B.J.v. Hagen, op de Luyt, Vioolen Callicioncino sig laten hoooren; Mademoiselle Rosette Baptiste sal zingen, en het Dogtertje van P.A. v. Hagen, een Concert Carillon op Glaasen, en een Concert op de Viool speelen.“ Diese Hinweise sind dankenswerter Weise von Thomas Windt, Utrecht gekommen.

Mit dem Tode Friedrich Christians fiel die Markgrafschaft Bayreuth an Ansbach und das Personal der Hofkapelle wurde 1769 mit wenigen Ausnahmen dorthin übernommen. Hagen starb 9. Dezember 1787 ohne das wir über sein Leben in Ansbach weitere Nachrichten hätten.

Paul Charles Durant

Über diesen, nach den wenigen erhaltenen Werken zu urteilen, hervorragenden Musiker wissen wir inzwischen Dank der Forschungen von Peter Kiraly viel mehr, als noch vor einigen Jahren. Durant stammte offensichtlich aus Ungarn. Er war wahrscheinlich der 1712 als Paul Karl getaufte Sohn des Pressburger Kirchenmusikers Aloys Anton Durant oder Turant (1677–1733), der zwischen 1707/1710 und 1722 als Lautenist und Tenorist bei den Fürsten Esterházy in Ungarn als Hofmusiker diente. Auf einen Hinweis von Hans Radke fand sich in Mannheim eine Spur, wo bereits 1739 ein Hofmusikus und churfürstlicher Kutscher Paul Durang zur Miete in der nähe des Schlosses wohnte. Definitiv läßt Paul Charles Dourant 1744–1745 in Mannheim als Lautenist nachweisen 1747 konzertierte er am 23. und 26. Juni sowie am 4. Juli in Frankfurt. 1757 ist dann Durant in Bayreuth als Kammerlautenist angestellt für einige Jahre bis zur Auflösung des Hofes im Jahre 1769. Da er nicht mit nach Ansbach übernommen wurde, verliert sich seine Spur.

Datierung und Standorte der Lautenmusik von Falkenhagen, Durant und Hagen

Die Falckenhagen-Drucke:

Op. I, Sonate di Liuto solo, gewidmet Markgräfin Wilhelmine.

Exemplare:

Leipzig, Musikbibliothek der Stadt, III.10.22

London, British Library, K 5614

Regensburg, Bischöfliche Zentralbibliothek, A.N. 636

Rostock, Universitätsbibliothek, XVIII 14.1. (das Exemplar gilt als verschollen)

Op. II, Sei Partite a Liuti Solo, gewidmet Königin Sophie

Exemplare:

Berlin, Staatsbibliothek, Mus. 15499

Brüssel, Bibliothek de Conservatoire , 5623 W

London, British Library, L7

Op. III, Sei concerti, gewidmet Baron von Burgdorf (Haffner, Druck Nr. I)

Exemplar, ohne Streicherstimmen

Warschau, Universitätsbibliothek, SDM 992

Op. IV, Sei Concerti, gewidmet Herzog Ernst August von Weimar (Haffner, Druck Nr. III.)

Exemplar:

Weimar, Zentralbibliothek der Deutschen Klassik, M 8 27 a+b

Ohne Op. Zahl, Erstes Dutzend erbauungs voller geistlicher Gesänge, gewidmet, Königin von Dänemark (Haffner, Druck Nr. XXII)

Exemplare:

Brüssel, Bibliothek de Conservatoire , S 15,131

London, British Library, H 56-K5P13

Handschriftlich überlieferte Werke

Augsburg, Staats-und Stadtbibliothek, Tonkunst 2° Fasz. III

Brüssel, koninglijke Bibliothek Albert I, Ms. II 4086

Haslemere, Dolmetsch Bibliothek MS II.B.2

Leipzig, Musikbibliothek der Stadt, Ms. III..11.64

London, British Library, Ms. Add 31698 („Straube“ Ms.)

München, Staatsbibliothek, Ms. Mus. 5362

Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum, Ms. 25461

Rostock, Universitätsbibliothek, Mus. saec. XVIII 65.6.k

Pannonhalma, Főapátsági könyvtár (Abteibibliothek), Musicotheca Jesuitica, 156/b

Außerdem gehören hierzu noch die Incipits im Supplement-Katalog des Verlages Breitkopf in Leipzig von 1767.

Die exakte Datierung der fränkischen Lautenmusik, d.h. derjenigen Tabulaturen, die mit dem Bayreuth-Erlanger bzw. Nürnberg-Ansbacher Raum in Verbindung stehen, ist schwierig. Außer den Drucken stehen nur zwei Quellen in direktem Zusammenhang mit der Hofmusik in Bayreuth und Ansbach und der Stadt Nürnberg: Die Sammlung der Augsburger Staats- und Stadtbibliothek Tonkunst 2° Fasz. III. und die Manuskripte des Germanischen Nationalmuseums Ms. 25461 (zwei Bände unter einer Signatur). Natürlich finden sich die Kompositionen von Falckenhagen und Durant, wie aufgezeigt, in vielen anderen Tabulaturen, doch ist ein direkter Zusammenhang dieser Quellen mit Franken nicht zu belegen. Einzig zwei Werke Hagens sind mit Datum versehen Concerto in A Dur, No 1, trägt das Datum vom 20. Januar1759 und sein Solo in F Dur, No. 69, vom 24. Februar 1768

Die Werke Adam Falckenhagens als des ältesten der hier interessierenden Musiker können nur indirekt datiert werden. Als seine wohl früheste überlieferte Komposition erscheint die Partie B-Dur, die einmal mit den ersten zwei Sätzen Allemande und Courant (allerdings ohne Titelüberschrift) in Nürnberg Ms 25641, sowie mit der Courante (hier fehlt aber die Allemande) und weiter Menuett, Pastorelle und Gigue in dem Dolmetsch-Manuskript (Ms. II B.) enthalten ist. Die letztere Handschrift zeigt sich als eine Quelle, die Werke fast aller Lautenisten der Spätzeit enthält darunter natürlich Weiß. Da Durant unter den Autoren der Jüngste ist sollte das Dolmetsch-Manuskript nicht vor 1745 begonnen worden sein, eher sogar später..

Die Nürnberger Quelle (Ms. 25461) ist für den Zeitgeschmack, wie er um die Mitte des 18 Jahrhunderts eben in Franken herrschte, ein gutes Dokument. Eigentlich sind es zwei Lautenhandschriften die mit einem Bleistiftvermerk als Bayreuth 1750 ausgewiesen werden. Da aber der Schreiber dieser Notiz, wie auch die eigentliche Herkunft der Sammlung, unbekannt sind, ist diese Aussage nicht zu verwerten. Besser geeignet ist zur Datierung und Herkunftsbestimmung der Inhalt. Der Beginnt mit einer Stimmungs- und Verzierungstabellen, die aus dem Breitkopfschen Druck von Beyers Sätzen zu Gellerts Oden von 1760 abgeschrieben zu sein scheint. Die Arie O Jüngling sei so ruchlos nicht ist für einen Text von Lessing (Die Gespenster) komponiert, der sich auch nur ungefähr in diese Zeit datieren lässt. Weiter sind die Arien von Sperontes zur Datierung tauglich, allerdings auch nur sehr vage, da diese ab 1736 in mehreren Auflagen erschienen sind, so dass eine Zuordnung derzeit Spekulation wäre.

Bei den beiden Büchern der Nürnberger Sammlung könnte es sich um die Tabulaturbücher von Lautenschülern handeln, dafür sprechen u.a. die schon erwähnten Tabellen der Stimmungen und Verzierungen, sowie auch einige Kadenzen in verschiedenen Tonarten im ersten Band, die sehr an Hagen erinnern, während der zweite Band vor allem leichtere Stücke beinhaltet. Bei beiden müßte natürlich auch an Schüler von dem Nürnberger Johann Ullrich Haffner gedacht werden. Da er ja Zugriff auf die Falckenhagen Werke hatte – die Sammlung enthält z.B. Sätze aus Falckenhagens Op. II. – könnte er diese auch an seine Schüler weitergereicht haben. Wichtig erscheinen aber Stücke, wie die Partie in B-Dur von Falckenhagen, sowie noch einige weitere von ihm, die in Schönschrift kalligrafisch gestaltet sind. Es hat den Eindruck als ob der oder die Schreiber/in eine gedruckte Vorlage der Werke kopiert hätte. Vielleicht aus den bisher vermissten Drucken Falckenhagens. Vielleicht die Sonata a Liuto solo oder aus den Menuetten, aber auch die geänderte Auflage von Op II käme in Frage. In der Anzeige von 1739 wird“ statt der sechsten, einer ganz neu componierten Partie“ angekündigt.

Die zweite hier wichtige Quelle ist die in der Augsburger Staats-und Stadtbibliothek verwahrte Sammlung von Solowerken und Kammermusik für Laute. Küffners Versuch mit Hilfe der Wasserzeichen zu einer Aussage zu kommen schlugen fehl.

Der Initiator der Sammlung des Fasz.III war entweder Hagen selbst, oder ein Freund, oder Verehrer seiner Kunst, denn über Hälfte des Inhalts stammt aus Hagens Feder. Alle Werke sind sauber beschriftet in Hüllen aus demselben Papier gelegt und vor allem der erhaltene Originalkatalog zeigt eine systematische Ordnung an. Nur wenige Stücke sind offensichtlich später noch dazu gekommen, und mit flüchtiger Schrift verzeichnet worden, oder gar nicht mehr im Katalog erwähnt. Das könnte auf eine gewisse Eile bei dem Beenden der Arbeit an der Sammlung hindeuten vielleicht dieAbreise nach Ansbach 1769

Der Katalog ist systematisch nach Tonarten von A-Dur / moll beginnend bis g-moll durchstruckturiert. Die Zählung reicht bis 86, doch sind nicht alle Nummern belegt, so dass es scheint, dieser Katalog war auf Zuwachs berechnet. Es sind tatsächlich nur 47 Stücke verzeichnet. Allerdings enthält die Sammlung, wie erwähnt, einige Konvolute mehr, wodurch das moderne Verzeichnis auf insgesamt 56 Einheiten kommt.

Dass die Augsburger Sammlung systematisch geplant war zeigt die Tatsache, dass die Belegung der Nummern nicht der Reihe nach erfolgte, sondern Nummern offen blieben, so als hätten die fehlenden Werke noch eingetragen werden sollen. So fehlt z.B. bei A-Dur die Nummern 3, die 6 und die 10. Während der Schreiber des Kataloges alle Nummern sorgfältig geschrieben hat, sind einige Stücke von einem anderen Schreiber oder aber vom selben nur in flüchtiger Schrift nachgetragen worden. Das sind die Nr.: 19, alte Nummerierung /11 moderner Katalog (Quartetto in B-Dur von Seckendorf) Nr.: 30/17 (ohne weitere Angabe, auf dem Umschlag als Thema con Variatione bezeichnet) Nr.: 65/36 (Trio in F-Dur von Haydn) und Nr.: 70/41 (Concerto in F-Dur von Toeschi). Aber auch diese offensichtlichen Nachträge sind nicht in der Reihe geschrieben. So steht das Seckendorf-Quartetto z.B. als Nr. 19 während 18 frei ist.

Bei den nicht numerierten Arbeiten handelt es sich um Werke von Haydn, sowie um je eine Komposition von Falckenhagen und Kleinknecht bzw. um vier lose oder geheftete Sammlungen einzelner Stücke. In letzteren sind einige Werke mehrfach vertreten, davon viele Vokalkompositionen, zum Teil mit Textanfängen oder unterlegtem Text, dann aber auch nur mit Tempobezeichnungen, so dass wohl noch eine Reihe von Liedern unerkannt darunter sein mögen.

Der älteste Lautenist ist Mouton der in den Sammelheften vertreten ist. Als jüngster Komponist sollte Karl Sigismund Freiherr von Seckendorf gelten. Er wurde am 26. November 1744 geboren und wuchs in Bayreuth auf. Von 1761–65 diente er in der Österreichischen Armee und bekleidete dann eine militärische Stelle auf Sardinien von der er 1775 nach Weimar und später dann nach Ansbach ging. Wann sein Quartetto entstanden ist läßt sich nicht klären, aber in die Sammlung könnte es eigentlich erst nach 1775, als er dann in Ansbach war, gekommen sein – allerdings unter der Voraussetzung, er war in der Zwischenzeit nicht in Franken, oder das Stück kam auf anderem Wege in die Sammlung.

Besonders auffällig ist, dass in dem Augsburger Konvolut kein einziges Werk der Berliner Komponisten zu finden ist. Vor allem Baron müßte doch bei der engen Beziehung der Wilhelmine sowohl nach Berlin als auch zur Laute eigentlich vertreten sein. Aber auch Graun und andere Musiker vermisst man. Vielleicht lassen sich ja einige der bisher nicht identifizierten Arien einem dieser Vermißten zuweisen.

Wichtig ist für Falckenhagen die Nr. /51, Preludio Nel quale sono contenuti tutti i tuoni musicali. Diese Komposition steht nicht im alten Katalog. Es könnte sich bei der Nr. /51 sehr wohl um ein Autograph handeln. Ein Hinweis könnte man darin sehen, dass die Mensurzeichen in dem Preludio noch in der älteren Weise geschrieben sind, während sonst in der gesamten Handschrift normale Notenzeichen verwendet wurden. Vielleicht ist hier eine Verbindung zu der Nürnberger Tabulatur Ms. 25461/1 zu vermuten, denn dort sind mit einer Ausnahme die Falckenhagenschen Werke mit den gleichen, geschwungenen Zeichen geschrieben. Das läßt auf eine ähnliche Vorlage schließen, die der oder die Schreiber/in benutzt hat. Möglich wäre auch ein Zusammenhang mit der erwähnten Neuauflage des Op 2, in dem ja Präludien angekündigt wurden.

Leider lassen sich die schon erwähnten zwei Briefe von Falckenhagen an Adelgund Gottsched, beide sind offensichtlich von verschiedenen Schreibern, und auch die Unterschrift sieht jeweils etwas anders aus, nicht als Handschriftenprobe benutzen. Vielleicht wurde der Bayreuther Brief von 1739 von einem Hofschreiber gefertigt. Wenn man Hans Joachim Schulzes Darstellung folgt, könnte Falckenhagen an den Leipziger Bachtabulaturen gearbeitet haben, aber diese Handschrift sieht doch wiederum anders aus.

Die Komposition Nr. /51 muß natürlich vor 1754, dem Sterbejahr Falckenhagens entstanden sein. Da das Datum von Nr. 1/1 (Hagens Concerto in A-dur) der 20. Januar 1759 ist, sollte wohl die Sammlung nicht vor diesem Datum begonnen worden sein, trotz der offenen Nummern. Ob die Augsburger Sammlung aber in Bayreuth (das wäre bis 1769) abgeschlossen war, oder dann in Ansbach weiter geführt wurde, läßt sich nicht sagen. Die meisten Musiker lassen sich zwar zwanglos in diesen Zeitrahmen, d.h. 1759–1775 einreihen, doch hilft das nur wenig weiter. Wie hier dargestellt zeigt sich recht deutlich, dass der zeitliche Rahmen für Lautenisten leider so weit gestreckt ist, dass sich die zeitliche Einordnung der Fränkischen Lautenmusik in Handschriften nur auf „um die Mitte 18. Jahrhundert“ festlegen läßt. Die Datierungsfrage bedarf also noch eingehender Studien.

Auch der Weg der Tabulaturen und dazugehörigen Stimmen nach Augsburg ist völlig ungeklärt. Zwar stammt der Bibliothekar Schletterer, der im 19. Jahrhundert in Augsburg wirkte, aus Ansbach, doch sind alle aus seinem Besitz stammenden Bücher u.ä. als solche vermerkt. Eine andere Quelle wäre die, schon erwähnte Familie Buirette von Ohlefeld, denn aus der Bibliothek von Öttingen-Wallerstein stammen einige heute in Augsburg verwahrt Musikalien die auf einigen Noten dieser Sammlung der Vermerk „von Buirette“ haben. Ein Hinweis auf die Lautenmusiksammlung des Fasz.III. läßt sich aber nicht finden. Alle diese Wege lassen sich bisher nicht oder nicht schlüssig beweisen. Die Nürnberger Musikalienhändler, allen voran Haffner hatten gute Geschäftsverbindungen nach Wien und so lassen sich Falckenhagens Werke im Wiener Diarium verschiedener Jahre nachweisen. Es läßt sich vermuten, dass das Konzert in Ungarn über den Wiener Handel dorthin, zu den Jesuiten von Győr (Raab), gelangt ist. Alle drei Lautenisten, Falckenhagen, Hagen und Durant sind bei Breitkopf verlegt worden, wie die vorher erwähnte Supplement Kataloge beweisen, und auch in dem Auktionskatalog von 1836 finden sie sich unter allen damals bekannten Lautenisten vertreten. Falckenhagen kommt mit 7 Concerti für Laute und Streichquartett, 1 Quartteto mit Laute, Violine und Horn; 3 Duette für zwei Lauten, 3 Werke Laute und Klavier sowie 9 Soli vor. Von Hagen werden 4 Konzerte mit Laute 2 Violinen und Baß, 1 Trio mit Laute, Violine und Violoncello sowie 6 Soli angeboten. Durant ist mit 1 Solo, 2 Duetten für Laute und Violine, 1 Konzert für Laute mit Streichquartett, 1 Konzert mit Laute und Orchester, 11 Kammermusikwerken für Laute mit Violinen oder Flöten und Baß vertreten. Insgesamt wurden damals die Kompositionen von 33 Lautenisten versteigert. Die meisten von diesen Musikalien sind heute verschollen. Die von dem belgischen Wissenschaftler Fetis gekauften Werke sind in der königlichen Bibliothek Albert I in Brüssel erhalten, und auch der Leipziger Organist Becker hat einiges ersteigert, das befindet sich heute in der Musikbibliothek der Stadt Leipzig aufbewahrt.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass offensichtlich die Musikaliensammlung der Adelgund Gottsched über Breitkopf mit in die Versteigerung kam, denn einige der Manuskripte in Brüssel tragen ein LAVG (Luise Adelgunde Vilhelmine Gottsched ) als Besitzerzeichen.

Die Lautenmusik ist also auf jeden Fall bis weit über die Mitte des 18. Jahrhunderts hinaus so beliebt gewesen, dass sie auch einen beachtlichen Wirtschaftsfaktor bedeutete. Die Versteigerungen der Firma Breitkopf – wie auch die Angebote von Haffner, der „Lautenconcerten, Trio und Solo reinlich und accurat geschrieben” aus seinem „großen Vorrath” anbietet zeigen eine Praxis auf, die bei Musikalien damals häufig angewandt wurde, nämlich die handschriftliche Kopie anstelle des aufwendigen Druckes, besonders bei mehrstimmigen Werken. Diese Ausführungen zeigen, dass es natürlich auch andere Quellen für die Augsburger Sammlung geben könnte, doch scheint alles soweit entfernt zu liegen, dass wohl die Entstehung im Fränkischen Raum, sprich Bayreuth; Ansbach oder Nürnberg liegen sollte.

Datierung der gedruckten Werke Falckenhagens

Die gedruckten Werke Falckenhagens sind leider nicht eindeutig zu datieren, doch lassen sie sich so weit eingrenzen, daß sie sicher aus seiner Bayreuther Zeit stammen

Als erstes muß darauf hingewiesen werden, dass wir bei diesen Drucken nur von einer recht geringen Auflage auszugehen haben. Da die Druckplatten im Kupferstich hergestellt wurden, entsteht durch den Schnitt des Stichels ein Grat an einer Seite der Linie. Diese Grate wurden dann vor dem Druck normalerweise entfernt, aber wie die Drucke zeigen, nicht so exakt wie es eigentlich handwerklich richtig gewesen wäre. Das bietet aber für uns die Möglichkeit, abzuschätzen als wievielter Druck dies oder jenes Exemplar hergestellt wurde. Denn der Grat nutzt sich bei dem weichen Kupfer durch den Farbauftrag, den Putzvorgang und den folgenden Druck relativ schnell ab. So kann man davon ausgehen, dass nach etwa 20 bis 25 Drucken dieser Grat weitgehend verschwunden ist. Dafür bekommt aber die Platte durch das Reiben beim einfärben und beim Putzen Kratzer, die sich bei jedem Druck mehren. Bei den von mir geprüften Exemplaren der Falckenhagen-Drucke waren die Grate weitgehend gut zu sehen und die wenigen Kratzer konnten auch auf einigen gleichbleibend nachgewiesen werden. So müßte damit gerechnet werden, dass vielleicht nur erst einmal 10 Hefte gedruckt wurden und die anderen dann „on demand“ – wie man heute sagen würde. Diese Folgerung bestätigen die immer wieder auftauchende neuen Inserate in der damaligen Presse.

Da die Drucke selber keine Jahresangaben tragen, orientieren sich die verschiedenen Untersuchungen zur Datierungsfrage einmal an den Messekatalogen von Frankfurt a.M. und Leipzig, als auch an verschiedenen Zeitungsannoncen und Katalogen des Musikhandels. Den wichtigsten Beitrag für das vorliegende Thema liefert Horst Heussners Studie über Nürnbergs Musikalienhandel. Heussner stützt sich hauptsächlich auf Anzeigen im Nürnberger Friedens- und Kriegs-Courier von dem aber leider besonders die Jahrgänge vor 1742 nur spärlich überliefert sind.

Als Verleger von Musikalien treten neben Buchhändlern vermehrt die Autoren selber, sowie auch die Kupferstecher/Drucker auf. Das erleichtert den Überblick leider nicht, denn offensichtlich haben mal der Verleger, sprich der Händler, mal der Stecher und Drucker annonciert. Es sind in dem hier interessierende Zeitraum die Nürnberger Drucker und Verleger Hans Jakob Wolrab, , Peter Conrad Monath ( um 1683 + 22.02.1744), Johann Wilhelm Windtner (1717–1760 ), Martin Tyroff (1705–1758 ), Erasmus Schauer( ab ca. 1740..) und Haffner sowie der schon erwähnte Kupferstecher Johann Wilhelm Stör. Letzterer arbeitete für einige der hier genannten Verleger, insbesondere für Haffner. Am 2. September 1737 annonciert Falckenhagen und Stör: „neu componiertes Opus: Lautenpartien [= Sei Partite a Liuto Solo, Op. II] werden innerhalb 2 Monaten herauskommen“ und weiter: „im vorigen Jahr herausgekommen seyn: erstes Opus Sonaten Op. I [= Sonate di liuto solo] 4 fl.“. Interessanter Weise erwähnt Schulze und Kiraly eine Anzeige in der Leiziger Presse vom 23.05.1739 in dem gesagt wird:" Es soll Hrn. Adam Falckenhagens, hochfl. Bayreuthische Virtuosen uns Cammer-Lautenisten, zweytes Opus Lautenpartien bey der anderen Auflage mit Praeludiis und Fugen, und statt der sechsten, einer ganz neu componiearten Partie vermehret, binnen 3. Monaten zum Vorschein kommen, das Exemplar à 4.fl. Rhein. Diejenigen aber, welche gesonnen, zu praenumerieren, geben nur 2 fl. Welches in Leipzig bey Hr. Jakob Schustern, Buchhändl. In Nürnberg bey Hr. Joh. Wilh. Störn, Kupferstecher in der alten Leder-Gasse, und in Bayreuth beym Autore angenommen wird" Diese ist aber anscheinend nicht erschienen oder zumindestens nicht erhalten. Es ließe sich darüber spekulieren, ob die Augsburger Fuge, sowie das Preludium durch alle Tonarten damit zusammenhängt. Am 16. März 1742 inseriert der Kupferstecher Schauer , der laut Heussner auch für Stör arbeitete: „werden in 2 Monaten [herauskommen] 6 Sonaten [= VI Sonatinen da Camera a liuto solo, Op. V]“ unter dem 13. Juni 1742 werden sie als „erschienen“ bezeichnet und mit 1 Fl. 30 Kr ausgezeichnet. Von diesem Druck ist kein Exemplar bekannt. Am 13. Juni 1742: „wie hernach alle folgenden zwey Monate 12. Geistliche Lieder mit Manieren und Variationen auf die Laute“ werden angekündigt für den Preis von 30 Kr.( auch hier von ist nur der erste Druck bekannt) Nun stammt aber der Druck von Falckenhagens Erstes Dutzend ... geistlicher Gesänge eindeutig von Haffner und Stör, und Haffner inseriert den Druck erst 1746. Es muß hier ungeklärt bleiben, warum Schauer und nicht Haffner diese Anzeigen gebracht hat. Leider geben die Daten der Anzeigen und der Vergleich mit den Plattennummern auch kein klares Bild.

Als ziemlich eindeutig erscheint das Datum des Op. III (Sei Partite a Liuti Solo) mit der ersten Plattennummer von Haffner, denn dieser Druck wird – wie vorher schon dargestellt – im September 1742 annonciert und sollte als erstes Druckerzeugnis Haffners nach der Verlagsgründung in dem selben Jahre erschienen sein.

Von Falckenhagens Premier douzaine des Menuetts ist dagegen bisher kein Exemplar bekannt. Das kann wiederum bedeuten, dass es nie erschien und nur angekündigt wurde, oder aber den Zeitläuften zum Opfer fiel. Vielleicht ist das kaligraphisch gestaltete Menuett aus Ms. 25461 aus diesem Druck abgeschrieben worden, wenn es ihn denn gab.

Das gleiche gilt für Falckenhagens 1736 anonnzierte Sonata a Liuto solo. Es wäre mit Ostern 1736 sein erstes gedrucktes Werk und müßte eigentlich Opus I. sein, dann wäre Premier douzaine des Menuetts Op. II., aber erst die Sei Sonate di Liuto solo, die 1743 erstmals in den Messekatalogen und im Wiener Diarium angezeigt werden, sind mit Op. I. klariert. Allerdings erscheinen diese Sonaten schon ca. 1736 erstmals in Nürnberger Annoncen von Monath. Dieser Druck scheint noch nicht von Stör gestochen zu sein, denn Störs Name erscheint erst auf den Platten des Op II. Dies läßt vielleicht auch die anders gestochenen Notenwerte erklären.

Danach kam dann der Op. II. im Herbst 1737 heraus. Da nun Haffner im Nachwort zum Op. III schreibt: „mit der Versicherung, dass der 2. Theil auf künfftige Leipziger Michaelis Messe, ohnfehlbar folgen werde“, so sollte der Op. IV. (Sei Concerti) natürlich entsprechend später erschienen sein. Das deutet dann doch auf das Frühjahr 1743 oder später hin.

Vom Op. V. (VI Sonatinen da Camera a liuto solo) hat sich kein Exemplar erhalten. Schauers Anzeige vom 16. März 1742 kündigt es an, und danach ist der Druck am 13. Juni 1742 als erschienen annonciert. Doch bei Hoffmann-Erbrecht liest sich das dann z.T. so: Haffner inseriert am 7.Sept. 1742 insgesamt 3 seiner ersten Publikationen, wie erwähnt hatte er 1742 seinen Verlag gegründet.. Das sind: Plattennummer I, Falckenhagen Op 3 ( diese Plattennummer war Hoffmann-Erbrecht nicht bekannt); ein Werk von Giovanni Platti, Op2 ( keine Lautenmusik) ohne Plattennummer und Falckenhagens Op 4 mit der Plattennummer III, welche Hoffmann-Erbrecht auch unbekannt war. Plattis Op 1 mit der Nummer II annocierte Haffner aber erst am 17.9.1742. Hier scheint etwas durcheinander zugehen, doch da beide Daten dicht beieinander liegen, hat das keine große Bedeutung. Bei den weiteren Plattennummern Haffners fehlt die IV und die V. Das kann aber an mangelndem Zugang Hoffmann-Erbrechts zu den Quellen liegen. Als hier interessierend steht bei ihm unter dem 30.April 1746 mit der Nummer XXI Falckenhagens " Geistliche Gesänge" die aber tatsächlich die Nummer XXII tragen, die für Lichtensteiger Op 1 ( keine Lautenmusik) angeführt wird. Es kann hier ein Versehen Hoffmann-Erbrechts vorliegen. Es besteht aber in dieser Frage noch ein Klärungsbedarf, bevor hier ein abschließendes Urteil gefällt werden kann, für die Datierungsfrage hat das aber kaum Bedeutung.

Die verschiedene vorher genannte Anzeigen der Werke Falckenhagens ergeben folgendes Bild:

1736

Göhler, Messekataloge

Sonata a Liuto solo

1736

Heussner, Musikalienhandel

Op 1

1736, Ostermesse

Göhler

Op 1

2.9.1737

Heussner

Op 2 wird in 2 Monaten erscheinen

1738

Göhler

Premier douzaine

1739

Schulze/Kiraly

Op 2 geänderte Auflage

16.3.1742

Heussner

Op 5 Ankündigung, Geistliche Gesänge Ankündigung

13.6.1742

Heussner

Op 2. Und 5.als erschienen angezeigt

7.9.1742

Hoffmann-Erbrecht

Op 3 erschienen, Op 4 angekündigt

1743

Göhler

Op 2

1743

Göhler

Op 3, 4, 5

30.4.1746

Hoffmann-Erbrecht

Geistliche Gesänge,

Die Anzeigen im Wienerdiarium erscheinen alle verzögert, so daß diese hier nicht weiter relevant sind. Als ziemlich gesichert kann das Jahr 1736 als Erscheinungsjahr für den Op 1 und die verschollene Sonata gelten. Op 2 könnte danach dann im Winter 1737 erschienen sein. Auch die Daten von Heussner und Hoffmann-Erbrecht den Op 3 + 4 betreffend ergänzen sich. So sollte Op 3 danach im Sommer 1742 herausgekommen sein und Op 4 Ende 1742 oder Beginn 1743. Eine Frage gibt es allerdings dabei. Laut Heussner ist die Anzeige für die beiden letzten Werke, Op 5 und die Gesänge, von Erasmus Schauer aufgegeben worden, doch zumindestens die geistlichen Gesänge ( vom Op 5 kennen wir ja kein Exemplar) sind von Stör für Haffner gestochen worden. Waren hier Konkurrenten am Werk ? Doch erscheint es nicht recht glaubhaft, daß ein Raubdruck am selben Ort zur selben Zeit wie der Autorisierte entstanden sein soll. Für die Datierung ist das aber eher unerheblich, denn 1742/43 ist doch als Erscheinungsjahr ziemlich sicher anzunehmen.

Wie sich deutlich heraus arbeiten läßt, sind die Druckwerke Falckenhagens ab 1736 anzusetzen, was mit dem Jahr 1735 der Regierungsübernahme der Markgrafschaft Bayreuth durch Friedrich und Wilhelmine ein gutes Bild ergibt


Adam Falckenhagen Gesamtausgabe


T 0638 Band 1: Solowerke, 6 Sonaten Op 1; Geistliche Gesänge; und Einzelwerke aus verschiedenen Handschriften;
a) (6) "Sonate di liuto solo... Opera Prima", Nürnberg, P.C. Monnath, 1742:
1. in c: Largo-Allegro un poco-A tempo giusto;
2. in c: Largo-Allegro un poco-Vivace;
3. in Bb: Largo-Moderato-Vivace;
4. in g: Largo-Allegro un poco-A tempo giusto;
5. in F: Largo-Allegro-Vivace;
6. in d: Largo-Allegro un poco-A tempo giusto.

b) "Erstes Dutzend Erbauungs voller Geistlicher Gesänge mit Variationene auf die Laute welche zur Beförderung der Ehre Gottes auf Verlangen einiger Liebhaber verfertiget...", Nürnberg, J.U. Haffner, 1746:
1.Wach auf, mein Hertz und singe (+ 3 var.)
2.Aus meines Hertzens Gründe
3.Nun sich der Tag geendet hat (+ 3 var.)
4.Werde munter mein Gemüthe
5.Ach Gott und Herr! wie etc.
6.Erbarm dich mein, o Herre Gott
7.Warum betrübst du dich mein Hertz (+ var.)
8.Valet will ich dir gebne (+ var.)
9.Was mein Gott will das gescheh allzeit
10.Machs mit mir Gott nach deiner Güt
11.Wer nur den lieben Gott (+ 3 var.)
12.Nun dancket alle Gott (+ 3 var.)

c) Two Minuets (Menuett alternement in F; Menuett in D) from D-Mbs mus. ms. 5362.

d) Five pieces from D-Ngm ms. 25461: Prelude in Bb; Tempo di Menuett in C; Partie in C (largo-schertzo-menuett); Partie in Bb: fragment, Allemande, ohne Titel (Courant) die restlichen Sätze Bd IV; Larghetto in D.

T 0638 Band 2: 6 Partiten Op 2, Fuga A-Dur; Preludio durch alle Tonarten; sowie Duo F-Dur;

a) "Sei Partite al liuto solo...Opera Seconda", (Nürnberg, 1743):
1. in Bb: Entrée-Rondeau-Polonoise-Menuett-Drole;
2. in Bb: Intrada-Aria: largo-Menuet-Polonoise-Scherzo;
3. in Bb: Cantabile-Gaiment-Polonoise-Menuet-Rejouissance;
4. in A: Larghetto-Presto-Polonoise-Menuett-Scherzo;
5. in A: Largo-Allegretto-Menuett-Polonoise-Scherzo;
6. in A: March-Menuett-Polonoise-Menuett-Rejouissance.

b) from D-As 2° Tonkunst Fasz. III: Fugue in A for lute solo, Duo in F for 2 lutes (largo-allegro-tempo giusto), and "Preludio nel quale sono contenuti tutti i tuoni musicali" for lute solo.

T 0638 Band 3: Kammermusik Op 4, sowie Concerti g-moll und F-Dur;

a) "Sei Concerti a liuto, traverso, oboe ò violino e violoncello..., Opera nuova" (op. 4), Nürnberg, J.U. Haffner: 6 concertos for lute, fl. (vln./ob.) and vc.
1. in E: Andante-Allegretto-Tempo di Polonese-Minuetto alt./Trio;
2. in A: Larghetto-Un poco allegro-Tempo di Polonese-Tempo di minuetto;
3. in D: Larghetto-Allegro-Tempo di Polonese-Tempo di minuetto;
4. in G: Largo-Allegretto-Tempo di Polonese-(Menuet);
5. in g: Largo-Allegro-Tempo di Polonese-Tempo di minuetto;
6. in Bb: Adagio-AllegrettoTempo di Polonese-Menuetto alternat.

b) Concerto in F for lute, 2 violins, viola and cello from D-As Tonkunst 2° Fasz III (no.37): Allegro-Andante-Vivace.

c) Concerto in g for lute, 2 violins, viola and cello from B-Br II.4086: Poco allegro-Largo6/8-Allabreve.

T 0638 Band 4: Nachträge, Ergänzungen, Fragmente wie Kammermusik Op 3, Dokumente und Register.

a) "Sei Concerti à liuto, traverso oboe ò violino e violoncello..., Opera terza", Nürnberg, J.U. Haffner, 1743 (only the lute part has been included):
1. in c: Allegro ma non tanto-Larghetto-Allabreve;
2. in Bb: Allegro-Tempo di Polonese-Tempo di minuetto;
3. in C: Largo-Un poco allegro-Tempo di Polonese-Tempo di minuetto;
4. in C: Allegro-Tempo di Polonese-Tempo di minuetto;
5. in G: Moderato-Tempo di Polonese-Tempo di minuetto;
6. in A: Allegro-Tempo di Polonese-Tempo di minuetto. Fragment, nur die Lautenstimme erhalten.

b)3 Pieces from GB-HAdolmetsch II.B.2: Menuett; Pastorelle; Gigue (Allemande , Courant Bd I unter Fragment).

c) Concerto in Bb for lute, harpsichord and bass from D-LEm III.II.46c (the Rosani lute ms.; only the lute part has been included here).

d) Concerto in F for lute, 2 violins, viola and cello from Pannonhalma, Musicotheca Jesuitica, ms. 156/b (lute part is missing; string parts incomplete?).

e) thematic catalogue; list of sources.


Bernhard Joachim Hagen.

T 0642 Band 1: Solowerke, sowie das Duo c-moll; T 0642 Band 2: Kammermusik, sowie das einzig bekannt Werk ohne Laute.

Paul Charles Durant

T 0663: Solo- und Kammermusik. Laute solo: Sonata a-moll, B-Br ; Carillon,F-Dur, D-As; Allemande, Scherzo, Bourre, Ragaza, Menuett, Polonaise, Rigaudon; Gb-HADolmetsch. Divertimento, g-moll, Liuto obligato e Violino; concerto F-Dur con Liuto e 2 Violine, Viola, Basso; Concerto, C-Dur, Liuto obligato, Cembalo olbigato, Violoncello obligato, Streichquartett B-Br;

Tabulaturen Fränkischer Lautenisten.

Um die Augsburger Quelle Faszikel III zu komplettieren, wurde die verbleibenden Werke, also die nicht von den drei oben genannten Meistern stammen in zwei Solobänden und die Kammermusik als Einzelhefte heraus gegeben.
T 0664 Band 1: Werke von Kleinknecht, Kohaut, Kühnel und Fragmente von Kleinknecht und Weiß.
BL 01 (Band 2): hier finden sich die sehr interessanten Sammelhefte. Von vielen darin enthaltenen Arien und Liedern, konnten Text und Konkordanzen nachgewiesen werden. Diese sind mit Text und Singstimme vorhanden. So ist dieser Band eine Fundgrube für Liebhaber des spätbarocken Liedgutes mit Lautenstimme.
BL 01 (Band 3): Kammermusik in Einzelausgaben:
2/3, Kohaut; Quartett A-Dur;
16/9, Pfeiffer Quintett B-Dur;
17/10, von Seckendorff Quartett B-Dur;
21/13, Sollnitz Trio B-Dur;
31/18, Kleinknecht, Quintett C-Dur;
43/23, Kohaut, Trio mit Viola D-Dur;
57/30, Ruge, für Laute, Streicher, 2 Hörner, Dis-Dur;
62/33, Kohaut, quartett, F-Dur;
63/34, Kohaut, Quartett, F-Dur;
65/36, Haydn Hob. II.1, Trio, F-Dur;
70/41, Toeschi, Laute, Streicher, 2 Traversi, 2 Hörner, F-Dur;
...?/49, Haydn Hob. III.8, Quartett,D-Dur;


Ernst Gottlieb Baron

Baron wurde 1697 in Breslau geboren und war zuletzt am Hofe Friedrich II in Berlin tätig, wo er 1760 starb. Die beiden vorliegenden Partiten gelten als Königsberger Kriegsverkust. Sie kamen als Kopie von Schulze in den Besitz von Dr. Klima, der sie bereitwillig zur Veröffentlichung zur Verfügung stellte... BL 02: Partiten F-Dur und G-Dur;

Johann Friedrich Daube

Johann Friedrich Daube wurde um 1733 geboren und lebte in Stuttgart und Wien, wo er 1797 starb. Neben einer Reihe von Kompositionen und Abhandlungen über den Generalbass, erhielten sich in Rostock einige Kammermusiken und die vorliegenden Sonaten für Sololaute. BL 03: Aus Rostock Universitätsbibliothek. Mus. Saec. XVIII 13.2 a-c Sonata d-Moll, A-Dur, F-Dur, e-Moll;

Musik für Gesang und Barocklaute

Aus Augsburg Staats- und Stadtbibliothek Tonkunst 2° HS Fasz. III und Germanisches National-Museum Nürnberg Ms 25461 Antiqua Edition AE 805



Bestellungen über: Trekel-Verlag Postfach 620 428, 22404 Hamburg, Tel: 040/520 33 97, Fax: 040/ 520 78 24




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